E-Mail ist und bleibt das universelle Medium für den Nachrichtenaustausch

Per Instant Messenger kann der Verein Teilnehmer eines Kurses schnell informieren, wenn der Trainer erkrankt ist. Mitglieder können an die Vollversammlung erinnert werden oder sich untereinander auch einfach nur austauschen. Und natürlich fällt einem für diesen Zweck als Erstes WhatsApp ein. Diese App ist einfach am weitesten verbreitet, so gut wie jeder kennt und nutzt sie und kommt damit zurecht. Es wäre also ein Leichtes, eine WhatsApp-Gruppe zum Beispiel für jede Mannschaft einzurichten.
Datenschutzbeauftragte sehen den Einsatz von WhatsApp allerdings kritisch, weil der Dienst auf das Adressbuch und andere Daten zugreift. Für den Einsatz im Verein eignet sich WhatsApp daher nicht, wie auch der niedersächsische Landessportbund in einer FAQ auf seiner Homepage klarstellt: "Die Einrichtung von WhatsApp-Gruppen durch den Verein oder Vereinsbeauftragte (z. B. Übungsleiter) ist mit der DSGVO nicht vereinbar." Der Verein darf die Nutzung von WhatsApp nicht einfordern und auch keine Kontaktdaten zur Bildung von WhatsApp-Gruppen zur Verfügung stellen.
Als einzige Möglichkeit, WhatsApp weiterhin als Kommunikationsmittel innerhalb von Sportgruppen zu nutzen, sieht der Landessportbund die freiwillige Teilnahme der Sportler. Aber: "Es darf definitiv kein Datenaustausch der Mobiltelefonnummer mit anderen Stellen im Verein erfolgen." Er empfiehlt, dass der Administrator der WhatsApp-Gruppe nicht der Übungsleiter oder ein anderer Vereinsbeauftragter ist, sondern ein anderer Teilnehmer.
Viele andere weit verbreitete Messenger eignen sich genauso wenig wie WhatsApp für die Kommunikation im Verein. Facebook Messenger etwa überträgt Daten auf die Server des Betreibers. Telegram ist in Sachen Komfort und Geschwindigkeit ganz weit vorne. Allerdings nutzt der Dienst standardmäßig keine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Betreiber kann so die auf seinen Server hochgeladenen Inhalte mitlesen.

Alternative Messenger

Es gibt aber gute Alternativen. Die Apps, die WhatsApp am meisten ähneln und die sich für die Nutzung im Verein am besten eignen, sind Signal und Threema. Beide sind für iOS und Android verfügbar.

Signal

ist kostenlos. Zur Registrierung und als Nutzer-ID ist die Telefonnummer verpflichtend. Die App lässt sich also wie WhatsApp nicht anonym nutzen. Ansonsten ist Signal vorbildlich datensparsam. In puncto Bedienfreundlichkeit steht Signal WhatsApp in nichts nach. Dem Konkurrenten hat Signal sogar einiges voraus: So funktioniert der Desktop-Client auch dann, wenn das Handy ausgeschaltet ist – bei WhatsApp muss es zwingend aktiv und mit dem Netz verbunden sein. (www.signal.org/de/)

Threema

stammt von einem schweizer Unternehmen. Die App kostet ungefähr drei Euro. Threemas Benutzernamen sind völlig anonym und werden nur auf Wunsch mit Telefonnummern oder Mailadressen verknüpft. In Sachen Funktionen ähnelt Threema stark WhatsApp, bietet aber auch Eigenständiges. So lassen sich zum Beispiel Umfragen anlegen.
Einige der vorgestellten Vereinsmanagement-Systeme enthalten eine Chat-Komponente, etwa Bileico, Klubraum oder Campai. Letzterer Anbieter stellt sogar eine eigene App bereit, über die Mitglieder untereinander chatten können. (threema.ch/de)

Sonstige Alternativen

Daneben gibt es noch eine Reihe kommerzieller Anbieter, die mit ihren Apps Vereine adressieren. Diese Lösungen dürften aber das Budget vieler Vereine übersteigen, auch wenn sie mitunter mehr bieten als nur eine Chat-Funktion. Mit der vom DOSB vermarkteten Vereinsapp (vereinsapp.sportdeutschland.de) zum Beispiel können Vereine Mitglieder mit News versorgen, auch per Push-Nachricht und Termine kommunizieren. Sportstätten lassen sich auf einer interaktiven Karte präsentieren. Trainer und Mitglieder können miteinander chatten. Für den Austausch gibt es auch geschützte Bereiche. Allerdings kostet die App rund 40 Euro pro Monat plus Mehrwertsteuer. Soll die App auch für iOS bereitgestellt werden, fallen einmalig weitere 120 Euro plus Mehrwertsteuer an.

Wer seinen Mitgliedern aber einen Chat-Server unter eigener Kontrolle anbieten will, für den sind rocket.chat (rocket.chat) und Mattermost die beste Wahl (mattermost.com). Der Anbieter stellt die Server-Software als Open Source zur Verfügung, es gibt Clients für alle erdenklichen Systeme. Wer sich den Betrieb eines eigenen Servers nicht zutraut, kann auch die Dienste eines Hosters nutzen. Bei qutic.com zum Beispiel kostet ein rocket.chat-Server für bis zu 200 Nutzer 20 Euro pro Monat, inklusive Domain 25 Euro pro Monat. Und bei netways.de gibt es einen Mattermost-Server für 25 Euro pro Monat.

Vielleicht gelingt es Ihnen ja, Ihre Mitglieder von einer der Alternativen zu überzeugen.

Fragen und Antworten zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)FAQ des Landessportbundes mit einer Einordnung von WhatsApp

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